Über Standardsituationen

und Ausnahmesituationen

Es gibt, bei allem was man beruflich oder privat tut, Standardsituationen. Das bringt die Sache einfach so mit sich. Kennt jeder.

Bei dem was ich beruflich tue, gehört die Frage „Können wir ein Foddo machn?“ definitiv dazu. Da sage ich auch nie- oder nur äußerst selten- nein.

Öfter wird die frage von jungen Damen geäußert- und nicht selten passiert es, das sich dann (wenn die Haare richtig liegen und man sich allgemein ordentlich postiert hat und seine „Schokoladenseite“ zeigt) spontan noch eine Gestalt des männlichen Geschlechts dazugesellt.

Ich behaupte mal in mind. 90 von 100 Fällen gehört diese Gestalt nicht zu den jungen Damen sondern erliegt dem leider um sich greifenden Irrtum dass das richtig witzig und originell wäre.

In den meisten Fällen wertet es das Bild auch nicht sonderlich auf- eher das Gegenteil ist der Fall. Sowas nennt sich übrigens „Photobombing“– so gesehen sind diejenigen, die das witzig finden, Terroristen.

Ich für meinen Teil mache das Bild- damit der häßliche Teil ruhe gibt und sich (hoffentlich) verkrümelt- und mache dann noch eins.

Wie gesagt, das gehört dann zu den Standardsituationen, denen ich mich ab und zu gegenübersehe.

Nun dachte ich bis letztes Wochenende, es gäbe da keine Ausnahmen.

Das Leben dann so: „So?! Das wolln wir doch mal sehen!“

Zwei junge Damen kommen also auf mich zu „Können wir ein Foddo macheeeen?“
Ich: „Na klaaaaaaa!“
Die zwei postieren sich und grinsen artig in die Kamera. In dem Moment als ich auslöse, drängelt sich noch ein besonders doof aussehendes Exemplar der oben beschriebenen männlichen Gestalten mit auf das Bild. Ich habe ihn also vorher nicht gesehen, bzw. nur eine huschende Bewegung aus dem Augenwinkel, als mein Zeigefinger gerade den Auslöser drückte. Keine Chance meinerseits das Drama, welches nun folgte, zu verhindern.
*blitzknips*
Bild im Kasten. Bild anschauen… HÄ?! Wo kommt denn jetzt das ganz rechts her? Spinn ich?
Ich zeige das Bild in der Befürchtung das Bild nochmal machen zu müssen.
Die Mädels „Oooooh, voll schööön!“ Und ziehen ihres Weges. So weit, so seltsam. Andere Mädels hätten einen Riesen Zwergenaufstand geprobt und noch ein Bild verlangt. Okay, soll mir recht sein.
JETZT kommt dafür dieses „DAS“ ganz rechts daher… „Kann ich das Bild nochmal sehen?“
Ich zeige ihm das Bild… „Oh können wir das löschen, bitte?“ und dann der Satz, der mich fast meine gute Kinderstube vergessen ließ
„ICH BIN VERHEIRATET! Ich krieg ärger mit meiner Frau!“

Der Bub war nicht viel älter als 20… wenn er alt war, war er 23. Sein Milchbart hatte gerade sowas wie einem „zarten Flaum“ platz gemacht.
Ich finde, wenn die Jungs heute schon nicht mehr zum Bund müssen, um ihren Charakter zu formen sollte man zumindest überprüfen, ob sie die sittliche Reife haben den Bund fürs Leben eingehen zu dürfen. Wenn das sowieso nicht nur ein Spruch war, um Eindruck zu schinden.

Ich gehe mal nicht davon aus, das derjenige das lesen wird, was ich hier absondere.
Aber ich würde ihm gerne noch ein paar Takte erzählen:
„Bub, wenn du schon so ne Scheiße machst und Bilder versaust- und unter uns Pastorentöchtern, Adonis ist nicht dein Zwillingsbruder- dann musst du mit den Konsequenzen schon klar kommen!
Du musstest unbedingt mit auf das Bild, du bist auf dem Bild! Leb damit. Und wenn deine Alte Schmerzen damit hat, das du ohne sie feiern gehst, hättest du sowieso mal überlegen sollen, ob das so ne gute Idee war so früh zu heiraten. Wie alt bist du überhaupt? Darfst du hier überhaupt schon rein?“

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  2 comments for “Über Standardsituationen

  1. Michelle
    20. Januar 2016 at 14:54

    ich Liebe Deine Bilder Thomas !
    …und: Recht hast Du !!!

  2. Birgit
    20. Januar 2016 at 15:33

    Wie immer ins Schwarze getroffen !! 🙂

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