Bastelarbeit

Ich habe viele Bilder gemacht in den letzten Jahren und unzählige Leute in vielen Locations bei vielen Events fotografiert…

Aber es gibt doch eine Location, von den ganzen die- seit ich angefangen habe in die Clubs zu marschieren und Leute zu fotografieren- mir ein bißchen fehlt:

Das Centro!

(anderen eher bekannt als „Apfelbaum“ oder „Baum“ oder „Nightlife“)

Meines Wissens die einzige Großraumdisco am bayerischen Untermain.
Großartige- um nicht zu sagen legendäre- Partys, Shows und Events habe ich hier erleben dürfen.

Wo sonst hatte man eine Deckenhöhe von mehreren Metern die es erlaubte, Artistenshows zu zeigen? Wo sonst wurde auf die Theke Alkohol gegossen und angezündet?
Tolle Menschen durfte ich dort kennenlernen und habe ich noch heute in meiner Facebookliste.

Nun- also habe ich eine kleine Seite gebaut!

Eine Bilderseite voll mit Erinnerungen aus den Jahren von 2009 bis 2014. Fünf Jahre Partys, Events, Shows und Live-Gigs.
Alle Bilder neu bearbeitet und – wegen des nostalgischen Charakters – in schwarzweiss.
Bittesehr- Ladies & Gentlemen…

meine kleine Hommage an das
Centro in Aschaffenburg-Nilkheim.

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Colos-Saal

Ich musste schon sehr weit in meinem Archiv zurückgehen…

Im Jahre des Herrn Anno Domini 2003, genauer: am 29.06.2003 schoss ich um 20 Uhr, mit meiner damaligen Kamera, einer Minolta DiMAGE 7, mein allererstes Bild im Colos-Saal.
Zu diesem Zeitpunkt hätte man es an einer Hand abzählen können, wie oft ich schon im Colos-Saal gewesen war!
Und natürlich hatte ich überhaupt keine Ahnung vom fotografieren!
So sieht das Bild auch aus…


„Fettes Brot“ standen damals auf der Bühne.

Ich hatte damals noch „überhaupt keinen blassen“ (Dunst) von Blende, Belichtungszeit, ISO etc. und vertraute darauf, dass die Kamera das schon richtig machen würde…

Als erstes lernte ich, das man der Technik nicht zu sehr vertrauen sollte!

Als nächstes lernte ich „Die ersten drei Lieder ohne Blitz – und dann raus!“
Das habe ich mittlerweile so verinnerlicht, das ich einmal eine junge Kollegin eines anderen Medienunternehmens anraunzte, den Blitz auszumachen.

Was ich sagen will; Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Aber ich lernte dazu. Und der Colos-Saal wurde in den folgenden Jahren ein guter… Nein. Kein guter!
Der Colos-Saal war für mich ein hervorragender Platz dafür!
Für mich war der Colos-Saal nichts weniger als ein Lehrer!

Als erstes durfte ich damals Claus Berningers liebe Frau kennenlernen.
Sie oder Matthias Garbe verbrachten damals viele Stunden neben mir bei meinem damaligen Arbeitgeber und kürzten mit mir zusammen Texte, so das sie irgendwann ins Layout passten.

Ich erlebte, wie Anke Engelke einen Fotografen verscheuchte und Tom Gäbel quatschte mich während seines Konzerts von der Bühne aus an.
Angelo Kelly habe ich in guter Erinnerung als (überraschenderweise) harten Rocker und tollen Liveperformer.
Von Matthias Garbe wurde ich bei einem Konzert von Heinz Rudolf Kunze mal aus dem Saal geholt, weil ich nach den ersten drei Liedern nicht freiwillig rauskam. Moses Pelham schwitzte mir einmal bei einer exzellenten Liveshow auf die Kamera. Ich erlebte The BossHoss, The Hooters, Jan Delay, Grandmaster Melle Mel, 10cc, Roachford, Uriah Heep, Christina Stürmer, Wir sind Helden, Kool Savas und endlos viele andere! Von den vielen großartigen lokalen Bands will ich gar nicht anfangen- diese Liste wäre endlos!

Ich sah, wie der damals schon über 70jährige Mani Neumeier aus einem Sack Klangschalen auf die Bühne schüttelte- sich anschließend auf den Boden hockte und auf dem Bühnenboden ein beeindruckendes minutenlanges Solo auf diesen Klangschalen ablieferte. Ein Erlebnis war Friedrich Liechtenstein, mit dem ich nach seiner Show ein Selfie machen konnte- ähnlich wie mit SEVEN.

Einer der emotionalsten Momente war das Konzert von Candy Dulfer am 21. April 2016.
Am Todestag von Prince spielte sie zufällig im Colos-Saal – und sie spielten Prince zu Ehren „Purple Rain“.
(Warum das in dem Zusammenhang eine ganz besondere Bedeutung hat, steht in dem verlinkten Wikipedia-Artikel über Candy Dulfer)

Wenn ich die ganzen Bilder- also ALLE(!)- zusammenzählen würde, die ich seit jenem Konzert von „Fettes Brot“ am 29.06.2003 im Colos-Saal gemacht habe, es wären sicherlich mehrere hunderttausend!

Ich sage, ich lernte im Colos-Saal das Fotografieren- die „Available Light“ Fotografie (also mit dem arbeiten, was an Licht da ist). Ein jahrelanges „Try & Error“.
Und ich bin wirklich dankbar, dass ich das machen durfte und das man- Claus Berninger und sein Team- mich eigentlich immer hat machen lassen!

Tolle Konzerte durfte nicht nur ich während meiner Arbeit, sondern auch tausende andere im Publikum, erleben. Seit über 35 Jahren steht der Colos-Saal an dieser Stelle im Roßmarkt in Aschaffenburg.
Aschaffenburg ist- für mich- ohne Colos-Saal, eigentlich undenkbar.

Seit 2003 – seit 17 Jahren –
fotografiere ich im Colos-Saal.

Habe ich eine emotionale Bindung an diese Location?
Scheiße! Natürlich! Ja, verdammt!

Will ich helfen, wenn Colos-Saal Chef Claus wegen der derzeitigen Situation eine Crowdfunding-Aktion startet, um seinen Club und die Arbeitsplätze die daran hängen, zu retten?
Aber unbedingt!

Aschaffenburg wäre kulturell wesentlich ärmer ohne den Colos-Saal- und ich hätte wahrscheinlich viel weniger wertvolle Erfahrungen sammeln können.

Wer spenden möchte:
https://www.gofundme.com/f/der-colossaal-braucht-eure-unterstutzung

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