Ich kriege Post…

Vor ein paar Tagen bekomme ich einen ominösen Umschlag.

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Ohne Absender – nur meine Adresse!

Was ist drin? Ein kariertes DIN A4 Blatt wie man es in Collegeblöcken findet, bedruckt mit einer (krassen) Kurzfassung des Märchens „De Spielhansl“ der Gebrüder Grimm.

Allerdings hatte man es hier umbenannt in „Der Tod im Apfelbaum“ – was bei mir und einigen anderen „Gebrüder-Grimm-Märchen-Kundigen“ erst für ein bißchen Verwirrung sorgte.

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Ich schreibe das für den geneigten Leser hier nochmal nieder, weil man das echt schlecht lesen kann…
Ich schreibe den gesamten Text (inkl. der Satzzeichen) so ab, wie in der Vorlage.

Der Tod im Apfelbaum

An einem Tag in der Frühe hat unser Herrgott zum Spielhansl gesagt, er solle sich drei Gaben ausbitten. Er meinte gewiß, er wird sich den Himmel ausbitten, aber der Spielhansl bat um eine Karte, mit der er alles gewinnt, und einen Würfel, mit dem er alles gewinnt und einen Baum, auf dem alle Früchte wachsen und der so beschaffen ist, das einer, wenn er hinaufsteigt, nicht mehr herab kann, bis es ihm der Hansl befiehlt. Darauf hat ihm der Herrgott alles gegeben, was er verlangte, und ist mit dem Heiligen Petrus wieder fortgegangen.

Aber jetzt fing der Spielhansl erst recht zu spielen an und gewann fast die halbe Welt. Da sagte der Heilige Petrus zu unserm Herrgott: „Das tut nicht gut, er gewinnt schließlich noch die ganze Welt! Wir müssen ihm den Tod schicken!“

So haben sie ihm den Tod geschickt. Als der Tod Kam, saß der Hansl gerade am Spieltisch und der Tod sagte: „Hansl, komm ein wenig nach draußen.“ Der Spielhansl aber sagte: „Wart nur ein wenig bis das Spiel aus ist, und steig derweil ein weig auf den Baum dort hinauf und brich dir etwas ab, daß wir auf dem Weg was zu naschen haben.“

Darauf ist der Tod hinaufgestiegen, und als er wieder hinab wollte, konnt er’s nicht, und der Spielhansl hat ihn sieben Jahre oben gelassen und währenddessen ist kein Mensch gestorben.

Da sagte der Heilige Petrus zu unserm Herrgott: „Das tut nicht gut, es stirbt ja kein Mensch mehr, wir müssen schon selber dorthin gehn“. So sind sie halt selbst dorthin gegangen und unser Herrgott hat bestimmt, daß der Spielhansl den Tod hinab lassen soll.

Das war der Inhalt des Umschlags. „Kein Muh – kein Mäh!“ von wem das kam.

Ich kann daraus aber auch keine irgendwie geartete Message ableiten.
Auf dem Umschlag stand nur meine Adresse- kein Absender.

Also habe ich „keinen Blassen“ wer mir das Ding geschickt haben könnte. Die Schrift auf dem Umschlag kommt mir allerdings irgendwie bekannt- und weiblich- vor. Also könnte es eine Frau gewesen sein, die mir das geschickt hat. Die Buchstaben sind allesamt leicht nach links geneigt… dazu heißt es „Linksdrang weist auf Zurückhaltung und starke Selbstbeherrschung“.

Also ich habe 1-2… naaaa… nennen wir es mal „diffuse Verdachtsmomente“. Allerdings nichts konkretes.

Ich fühle mich deswegen jetzt auch nicht bedroht, drehe mich öfter um als gewöhnlich, schaue öfter unter meine Motorhaube, oder kontrolliere mein Auto auf explosive Fremdkörper.

Es ist nur seltsam… und wenn man es in Relation setzt, was 2015 so alles passiert ist, ist es sogar noch seltsamer.

Warum poste ich das? Bin ich der einzige, der das Ding bekommen hat? Das Blatt, das drin war, bzw. die verblasste Schrift auf diesem Blatt lässt auf einen geringen Tonerstand schließen, was wiederum auf so eine sinnfreie Kettenbriefaktion schließen lässt. Dann aber wäre mir der Aufwand (handgeschriebene Adresse) für ne Verarschung irgendwie zu groß.

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