Review: Togo

Nur ein weiteres Schlittenhunde-Musher-Rührstück? Nein!
Hundefreunde werden ihre helle Freude daran haben, das Disney hier tatsächlich Hunde dressiert- anstatt (wie in „Ruf der Wildnis“ mit Harrison Ford) die einfachere CGI-Variante gewählt hat.

Im New Yorker Central Park steht eine Statue von „Balto“.
Balto war EIN Leithund (es gab in diesem Gespann noch einen zweiten Leithund; „Fox“) des LETZTEN Gespanns einer Staffel von insgesamt 20 Mushern und 150 Hunden, die sich damals auf den Weg machten. Insgesamt mussten über 1000km zurückgelegt werden.

Togo war damals schon 12 Jahre alt!

Der damals schon 12jährige Togo war der Leithund des Gespanns von Leonhard Seppala (toll hier: Willem Dafoe).
Zusammen mit sechs weiteren Hunden bildeten sie das Gespann, welches damals die längste Strecke zurücklegte: 420km in drei Tagen!

Sollte man sich den Film mal anschauen? Unbedingt! Es ranken sich ja wirklich Mythen und Legenden um dieses härteste und längste Schlittenhunderennen der Welt mit Temperaturen bis -50 Grad (im sog. „Windchill“ auch darüber). Ich finde, es lohnt sich mal anzuschauen, wo die Wurzeln des jährlichen „Iditarod“ Schlittenhunderennens liegen.

Wobei der 1925er Serum Run nicht wirklich der Ursprung war-
aber das soll sich jetzt jeder selbst durchlesen.

Fazit: Solide inszeniert. Schön fotografiert und Willem Dafoe macht einen tollen Job. Kann man sich gut anschauen. Toll ist, das sich im Film wirklich ziemlich eng an die damaligen Begebenheiten gehalten wurde! Problem ist eher, das man sowas schon zu oft gesehen hat und der „AHA-Effekt“ fehlt. Mir fehlt er zumindest.
Dennoch schönes Stück Film: 4,5/5

Musher Leonhard Seppala mit Togo

Was steht geschrieben:

„Togo ist eine liebenswerte und aufregende Underdog-Geschichte, die stark von ihren Stars (Hund und Mensch) profitiert. Es ist eine zeitlose Geschichte, die gut erzählt wird.“

Rotten Tomatoes: 89% Zustimmung und durchschnittlich 7,54 von 10 bei 25 Reviews

„Spektakulär gefilmtes Rettungsabenteuer und ein liebevolles Filmdenkmal für den heldenhaftesten Hund aller Zeiten. Das Hin- und Herspringen zwischen den Zeitebenen geschieht allerdings auf Kosten von Spannung und Tempo.“

Fimstarts.de: 3,5 von 5 = Gut
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Review: Glaubensfrage

Original: Doubt | USA | 2008 | 104 Minuten | FSK 6

Kammerspielartiges Kleinod. Eine großartige Meryl Streep als Oberschwester und ein überragender Philip Seymour Hoffman als Gemeindepfarrer.

Aber Streep und Hoffman müssen sich ganz schön strecken, um gegen die Darstellerleistung einer Viola Davis (wir kennen sie z.B. aus „The Help“) anzustinken!

Außerdem sehen wir eine hübsche Amy Adams.
Alles im Spannungsfeld von Zölibat und kirchlicher Geschlechterhierarchie.

Großartig sind die Wortgefechte zwischen Streep und Hoffmann.

Wer in einem Film quietschbuntes CGI-Getöse braucht- Finger weg!
Für alle anderen: Ein Hammerfilm! Große Darsteller! Große Kunst! Für die Leistung gab es für Streep, Hoffman, Adams und Davis 2009 jeweils eine Oscarnominierung. Außerdem nominiert für das beste adaptierte Drehbuch. Leider wurde keiner gewonnen.

Meine Wertung: 5/5

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Review: Deepwater Horizon

Original: Deepwater Horizon | USA | 2016 | 107 Minuten | FSK 12

Zuzusehen wie tief unter einer Bohrinsel ein reales „Monster“ erwacht, ist beeindruckend. Beängstigend und beeindruckend.

Die krassesten Storys
schreibt das Leben!

Was daraus wurde ist leider reale Geschichte. Was Regisseur Peter Berg 2016 auf die Leinwand zauberte, wird ab ca. der Hälfte zu einem sehenswerten krachendem CGI-Spektakel.

Schon vorher sieht man immer wieder Bilder unter Wasser, tief unter der Bohrplattform, die aussehen als wäre tief unter dem Grund im Golf von Mexiko etwas erwacht und wollte ausbrechen.
Emporsteigen aus der Tiefe um Chaos und Zerstörung zu verbreiten. Geradezu prophetisch dazu ist der Satz „Wollen wir hoffen, dass das Monster nicht wach ist!“ aus einer Szene.

Ohja! Es ist wach!

Wach und putzmunter sagt es donnernd und mit einigen 1000 Atmosphären Druck „HALLO!“

Aber erst sieht man Anzeigen in Raserei, szenische einstellungen in den überlasteten mechanischen Bauteilen, kurz vor dem Versagen und Ventile, die nach und nach ihren Dienst quittieren.
Am Ende steht nach und nach komplett versagende Mechanik und Sicherungseinrichtungen, völlig überlastete Ventile, berstende Rohre, fliegende Drucktüren und Flammensäulen, die überall wie Schachtelteufel hervorhüpfen.
Am Schlusspunkt steht ein einziges wunderschön-katastrophales flammendes Inferno.

Bevor die Technik so derartig übel versagt, versagen allerdings die Manager- und zwar auf ganzer Linie. Mark Wahlberg und Kurt Russell tragen den Film. John Malkovich gibt das Ekelpaket und Kate Hudson macht das hübschchen und süße besorgte Gattin von Wahlberg. Außerdem sehen wir Ethan Suplee (kennen wir als fettes Naziarschloch aus „American History X“). Tolle Darsteller, sehenswertes CGI- richtig üble Story.

Fazit:

Sehenswert. Tolles CGI und Darsteller. Der reale Hintergrund der Story wurde toll in Szene gesetzt.
Auf Wikipedia steht geschrieben:
„…eine Hommage an die realen Vorbilder der Filmfiguren, mit einer stimmigen Balance zwischen Würde und Pathos, und auch wenn er der Tradition klassischer Katastrophenfilme folge, zeige Berg seine besondere Klasse, wenn er Szenen von Explosionen und Einstürzen zeige, die von atemberaubender Intensität seien, ohne aber das Chaos reißerisch auszubeuten.“
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Deepwater_Horizon_(Film)

Meine Wertung: 5/5

Zum Wikipedia-Eintrag über die Bohrplattform und die Katastrophe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Deepwater_Horizon

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Review: Der Moment der Wahrheit

Original: Truth | USA | 2015 | 126 Minuten | FSK 0

Ich denke, hier haben wir einen Film in bester Tradition von Klassikern wie „Die Unbestechlichen“ (war auch mit Robert Redford) und „Insider“.
Besonders „Insider“ zeigt einige unrühmliche Parallelen zu dieser Story. Wer „Insider“ mochte, wird den hier auch gut finden!

Ging es bei „Insider“ um die Lügen der Tabakindustrie, dreht es sich hier um die (evtl. unrühmliche) Vergangenheit von George W. Bush (der Film spielt in der Zeit seiner Präsidentschaft) in der amerikanischen Nationalgarde.

Wir sehen die große Cate Blanchett in Hochform.
Außerdem einen tollen Robert Redford! Und hier kann man behaupten, das eine Ikone eine andere- nämlich den langjährigen Nachrichtensprecher der CBS-Abendnachrichten, Dan Rather- spielt!
Topher Grace sah man in „Mona Lisas Lächeln“, „Oceans Eleven“, „Oceans 12“, „Interstellar“ und einigen anderen.
Dennis Quaid darf auch mal wieder was machen. Aus meiner Sicht ist er einer von den Darstellern, die immer toll und solide abliefern- aber irgendwie nicht hängen bleiben. Man sah ihn z.B. schon 1983 in „Der Stoff, aus dem die Helden sind“. Seine Paraderolle gab er 1989 in „Great Balls of Fire“ als Jerry Lee Lewis. Auf dem Soundtrack ist außerdem ein Duett zu hören mit Dennis Quaid und Jerry Lee Lewis.
Bruce Greenwood ist auch einer der Schauspieler, die gerne für Nebenrollen besetzt werden- aber in dieser Funktion immer einen famosen Job abliefern. Man sah ihn z.B. neben Kevin Costner in „Thirteen Days“ in der Rolle des John F. Kenndy.
Stacy Keach kann man mittlerweile als Legende bezeichnen. Seine bekannteste Rolle dürfte die des Mike Hammer in der gleichnamigen Fernsehserie sein. Man sah ihn aber auch in solchen schweren Stoffen wie „American History X“ wo er- recht glaubwürdig übrigens- einen überzeugten Neonazi abgab.
Dermot Mulroney hatte sein Leinwand-Debüt 1988 an der Seite von solch alten Hollywoodrecken wie Jack Palance in „Young Guns“. Außerdem sah man ihn in „Burn After Reading“ und einigen anderen.

Fazit:

Toller Film mit echtem Background- aber man muss dabei bleiben.
Einer der Filme, die Aufmerksamkeit fordern und diese auch verdienen! 4/5

Besetzung, Regie, Drehbuch

Besetzung:
Cate Blanchett: Mary Mapes
Robert Redford: Dan Rather
Topher Grace: Mike Smith
Dennis Quaid: Colonel Roger Charles
Elisabeth Moss: Lucy Scott
Bruce Greenwood: Andrew Heyward
Stacy Keach: Bill Burkett
John Benjamin Hickey: Mark Wrolstad
David Lyons: Josh Howard
Dermot Mulroney: Lawrence Lanpher
Rachael Blake: Betsy West
Andrew McFarlane: Dick Hibey

Regie:
James Vanderbilt

Drehbuch:
James Vanderbilt

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