Bastelarbeit

Ich habe viele Bilder gemacht in den letzten Jahren und unzählige Leute in vielen Locations bei vielen Events fotografiert…

Aber es gibt doch eine Location, von den ganzen die- seit ich angefangen habe in die Clubs zu marschieren und Leute zu fotografieren- mir ein bißchen fehlt:

Das Centro!

(anderen eher bekannt als „Apfelbaum“ oder „Baum“ oder „Nightlife“)

Meines Wissens die einzige Großraumdisco am bayerischen Untermain.
Großartige- um nicht zu sagen legendäre- Partys, Shows und Events habe ich hier erleben dürfen.

Wo sonst hatte man eine Deckenhöhe von mehreren Metern die es erlaubte, Artistenshows zu zeigen? Wo sonst wurde auf die Theke Alkohol gegossen und angezündet?
Tolle Menschen durfte ich dort kennenlernen und habe ich noch heute in meiner Facebookliste.

Nun- also habe ich eine kleine Seite gebaut!

Eine Bilderseite voll mit Erinnerungen aus den Jahren von 2009 bis 2014. Fünf Jahre Partys, Events, Shows und Live-Gigs.
Alle Bilder neu bearbeitet und – wegen des nostalgischen Charakters – in schwarzweiss.
Bittesehr- Ladies & Gentlemen…

meine kleine Hommage an das
Centro in Aschaffenburg-Nilkheim.

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Coronazeiten

Wir sollten uns mal fragen, was wir gerade für Zeiten erleben.
Es sind keine schönen Zeiten, soviel ist klar.
Aber es sind definitiv (auch) außergewöhnliche Zeiten.

Meine Großeltern haben den Krieg erlebt. Nach dem Krieg zogen meine Eltern und Großeltern damals aus ihrer Heimat (damalige Tschechoslowakei) nach Deutschland und mussten nochmal bei „0“ anfangen.

Aber selbst wenn ich meine Großeltern noch Fragen könnte, würden sie mir wahrscheinlich bestätigen, dass sie eine derartige Situation nie erlebt haben.
Worte wie „Ausgangsbeschränkung“ oder gar „Ausgangssperre“ waren in Deutschland unbekannt. Wir erleben gerade etwas, was vor uns in Deutschland- und Teilen der Welt- in dieser Form noch niemand erlebt hat!

Ist das toll? Nein, verdammt!

Aber das wird später in den Geschichtsbüchern stehen!
Hätte uns einer das vor einem Jahr weißmachen wollen, hätten wir nachgesehen ob sein Aluhut vielleicht zu eng sitzt – und hätten ihn einweisen lassen!

Es stimmt schon was auf dem Meme geschrieben steht:
„Es sortiert sich nur neu!“
Allerdings sollte man vielleicht das „nur“ streichen.

Man hört das ja auch von vielen Wissenschaftlern: Vieles wird danach nicht mehr so sein, wie vorher. Es kann auch niemand sagen, wie lange das noch dauert. Ich denke, Mutter Natur bremst uns gerade aus und zeigt uns, wer hier wirklich am Ruder steht. Überall ist Stillstand. Aber- wenn wir uns den Himmel ansehen- NUR Blau!

Ich denke, es ist nicht alles schlecht momentan.

Was danach alles möglich wäre?
Einiges. Vieles.
Wer hat schon die Kristallkugel, in der zu sehen ist, wann diese Krise endet und wie es dann weiter geht? Momentan sollte es eher darum gehen, ruhig und besonnen zu bleiben und nicht in irgendeinen blinden Aktionismus zu verfallen.

Was man tun kann? Aus meiner Sicht ist das ziemlich einfach:
Lernen, allein zu sein. Nicht durchdrehen beim Einkaufen. Ein Buch lesen. Ruhig bleiben.

Natürlich kann man auch in der Bude hocken und sämtliche Serien auf Netflix streamen. Man darf ja durchaus spazieren gehen. Das habe ich tatsächlich vorhin getan… natürlich hatte ich meine Kamera dabei.

War ich alleine? Ja!
War sonst niemand auf der Straße?
Blödsinn! Hallo?! Es war sonnig. Es war nicht zu kalt und nicht zu warm = NATÜRLICH war ich nicht alleine auf weiter Flur!
Da waren komplette Familien mit sämtlichen Altersgruppen am Start! Aber- der Großteil war tatsächlich alleine oder zu zweit unterwegs. Immerhin. Wir werden sehen, was weiter passiert.

Passt auf euch auf und bleibt gesund,
ihr Leute im anderswo!

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Colos-Saal

Ich musste schon sehr weit in meinem Archiv zurückgehen…

Im Jahre des Herrn Anno Domini 2003, genauer: am 29.06.2003 schoss ich um 20 Uhr, mit meiner damaligen Kamera, einer Minolta DiMAGE 7, mein allererstes Bild im Colos-Saal.
Zu diesem Zeitpunkt hätte man es an einer Hand abzählen können, wie oft ich schon im Colos-Saal gewesen war!
Und natürlich hatte ich überhaupt keine Ahnung vom fotografieren!
So sieht das Bild auch aus…


„Fettes Brot“ standen damals auf der Bühne.

Ich hatte damals noch „überhaupt keinen blassen“ (Dunst) von Blende, Belichtungszeit, ISO etc. und vertraute darauf, dass die Kamera das schon richtig machen würde…

Als erstes lernte ich, das man der Technik nicht zu sehr vertrauen sollte!

Als nächstes lernte ich „Die ersten drei Lieder ohne Blitz – und dann raus!“
Das habe ich mittlerweile so verinnerlicht, das ich einmal eine junge Kollegin eines anderen Medienunternehmens anraunzte, den Blitz auszumachen.

Was ich sagen will; Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Aber ich lernte dazu. Und der Colos-Saal wurde in den folgenden Jahren ein guter… Nein. Kein guter!
Der Colos-Saal war für mich ein hervorragender Platz dafür!
Für mich war der Colos-Saal nichts weniger als ein Lehrer!

Als erstes durfte ich damals Claus Berningers liebe Frau kennenlernen.
Sie oder Matthias Garbe verbrachten damals viele Stunden neben mir bei meinem damaligen Arbeitgeber und kürzten mit mir zusammen Texte, so das sie irgendwann ins Layout passten.

Ich erlebte, wie Anke Engelke einen Fotografen verscheuchte und Tom Gäbel quatschte mich während seines Konzerts von der Bühne aus an.
Angelo Kelly habe ich in guter Erinnerung als (überraschenderweise) harten Rocker und tollen Liveperformer.
Von Matthias Garbe wurde ich bei einem Konzert von Heinz Rudolf Kunze mal aus dem Saal geholt, weil ich nach den ersten drei Liedern nicht freiwillig rauskam. Moses Pelham schwitzte mir einmal bei einer exzellenten Liveshow auf die Kamera. Ich erlebte The BossHoss, The Hooters, Jan Delay, Grandmaster Melle Mel, 10cc, Roachford, Uriah Heep, Christina Stürmer, Wir sind Helden, Kool Savas und endlos viele andere! Von den vielen großartigen lokalen Bands will ich gar nicht anfangen- diese Liste wäre endlos!

Ich sah, wie der damals schon über 70jährige Mani Neumeier aus einem Sack Klangschalen auf die Bühne schüttelte- sich anschließend auf den Boden hockte und auf dem Bühnenboden ein beeindruckendes minutenlanges Solo auf diesen Klangschalen ablieferte. Ein Erlebnis war Friedrich Liechtenstein, mit dem ich nach seiner Show ein Selfie machen konnte- ähnlich wie mit SEVEN.

Einer der emotionalsten Momente war das Konzert von Candy Dulfer am 21. April 2016.
Am Todestag von Prince spielte sie zufällig im Colos-Saal – und sie spielten Prince zu Ehren „Purple Rain“.
(Warum das in dem Zusammenhang eine ganz besondere Bedeutung hat, steht in dem verlinkten Wikipedia-Artikel über Candy Dulfer)

Wenn ich die ganzen Bilder- also ALLE(!)- zusammenzählen würde, die ich seit jenem Konzert von „Fettes Brot“ am 29.06.2003 im Colos-Saal gemacht habe, es wären sicherlich mehrere hunderttausend!

Ich sage, ich lernte im Colos-Saal das Fotografieren- die „Available Light“ Fotografie (also mit dem arbeiten, was an Licht da ist). Ein jahrelanges „Try & Error“.
Und ich bin wirklich dankbar, dass ich das machen durfte und das man- Claus Berninger und sein Team- mich eigentlich immer hat machen lassen!

Tolle Konzerte durfte nicht nur ich während meiner Arbeit, sondern auch tausende andere im Publikum, erleben. Seit über 35 Jahren steht der Colos-Saal an dieser Stelle im Roßmarkt in Aschaffenburg.
Aschaffenburg ist- für mich- ohne Colos-Saal, eigentlich undenkbar.

Seit 2003 – seit 17 Jahren –
fotografiere ich im Colos-Saal.

Habe ich eine emotionale Bindung an diese Location?
Scheiße! Natürlich! Ja, verdammt!

Will ich helfen, wenn Colos-Saal Chef Claus wegen der derzeitigen Situation eine Crowdfunding-Aktion startet, um seinen Club und die Arbeitsplätze die daran hängen, zu retten?
Aber unbedingt!

Aschaffenburg wäre kulturell wesentlich ärmer ohne den Colos-Saal- und ich hätte wahrscheinlich viel weniger wertvolle Erfahrungen sammeln können.

Wer spenden möchte:
https://www.gofundme.com/f/der-colossaal-braucht-eure-unterstutzung

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Review: Togo

Nur ein weiteres Schlittenhunde-Musher-Rührstück? Nein!
Hundefreunde werden ihre helle Freude daran haben, das Disney hier tatsächlich Hunde dressiert- anstatt (wie in „Ruf der Wildnis“ mit Harrison Ford) die einfachere CGI-Variante gewählt hat.

Im New Yorker Central Park steht eine Statue von „Balto“.
Balto war EIN Leithund (es gab in diesem Gespann noch einen zweiten Leithund; „Fox“) des LETZTEN Gespanns einer Staffel von insgesamt 20 Mushern und 150 Hunden, die sich damals auf den Weg machten. Insgesamt mussten über 1000km zurückgelegt werden.

Togo war damals schon 12 Jahre alt!

Der damals schon 12jährige Togo war der Leithund des Gespanns von Leonhard Seppala (toll hier: Willem Dafoe).
Zusammen mit sechs weiteren Hunden bildeten sie das Gespann, welches damals die längste Strecke zurücklegte: 420km in drei Tagen!

Sollte man sich den Film mal anschauen? Unbedingt! Es ranken sich ja wirklich Mythen und Legenden um dieses härteste und längste Schlittenhunderennen der Welt mit Temperaturen bis -50 Grad (im sog. „Windchill“ auch darüber). Ich finde, es lohnt sich mal anzuschauen, wo die Wurzeln des jährlichen „Iditarod“ Schlittenhunderennens liegen.

Wobei der 1925er Serum Run nicht wirklich der Ursprung war-
aber das soll sich jetzt jeder selbst durchlesen.

Fazit: Solide inszeniert. Schön fotografiert und Willem Dafoe macht einen tollen Job. Kann man sich gut anschauen. Toll ist, das sich im Film wirklich ziemlich eng an die damaligen Begebenheiten gehalten wurde! Problem ist eher, das man sowas schon zu oft gesehen hat und der „AHA-Effekt“ fehlt. Mir fehlt er zumindest.
Dennoch schönes Stück Film: 4,5/5

Musher Leonhard Seppala mit Togo

Was steht geschrieben:

„Togo ist eine liebenswerte und aufregende Underdog-Geschichte, die stark von ihren Stars (Hund und Mensch) profitiert. Es ist eine zeitlose Geschichte, die gut erzählt wird.“

Rotten Tomatoes: 89% Zustimmung und durchschnittlich 7,54 von 10 bei 25 Reviews

„Spektakulär gefilmtes Rettungsabenteuer und ein liebevolles Filmdenkmal für den heldenhaftesten Hund aller Zeiten. Das Hin- und Herspringen zwischen den Zeitebenen geschieht allerdings auf Kosten von Spannung und Tempo.“

Fimstarts.de: 3,5 von 5 = Gut
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Kassenzettel

Kassenzettel nerven. Natürlich. Auch mich.
ABER: Momentan sollte man die Dinger vielleicht doch mitnehmen.
Weil- was mich NOCH MEHR nervt- oder nerven würde- ist, diskutieren mit einem Polizisten der vielleicht schon seit Stunden Leute kontrolliert und deswegen evtl. schon „Grundgenervt“ ist.

Es steht zwar nirgends geschrieben das man die Dinger mitführen muss, wenn man einkaufen war. Aber ggf. ist das vielleicht doch keine so abwegige Idee.
Immerhin besteht in Bayern momentan eine Ausgangsbeschränkung. Man darf noch einkaufen gehen. Aber…

ich zitiere:

Die Polizei ist angehalten, die Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen zu kontrollieren. Deswegen werden die Polizeistreifen noch einmal besonders verstärkt, damit die Bevölkerung überall diese Polizeipräsenz wahrnehmen kann. Die Polizei wird stichprobenartig kontrollieren.

Bayern.de, Homepage der bay. Staatregierung:
https://www.bayern.de/service/informationen-zum-coronavirus/faq-zur-ausgangsbeschraenkung/


Weil- Achtung: Das sind auch nur Menschen, die ihren Job machen wollen. Assis, die das nicht begreifen gibts genug- im Hartz 4 TV bekommen die täglich ihre Portion Aufmerksamkeit.

Also- ich denke, den Stress isses nicht wert und der Kassenzettel ist Zuhause auch schnell entsorgt.

Es gab beim Bund damals den schönen Begriff „Leben in der Lage“.
Genau sowas haben wir gerade. Wir werden gerade- aus guten und (hoffentlich für jeden) nachvollziehbaren Gründen- in unseren Freiheitsrechten beschnitten.
Einerseits.

Andererseits: Schaut mal nach oben.
Blauer Himmel.
Was seht ihr noch- oder besser, was seht ihr NICHT?
Kondensstreifen!
Man sieht ungestört einen mal wirklich blauen Himmel ohne irgendwelche Flugzeuge bzw. Kondensstreifen.

Was noch: Ich wohne ja Luftlinie ca. 500m von der A3 weg. Wenn ich früher immer Abends das Fenster kippte, hatte ich immer die Geräuschkulisse der A3.
Heute höre ich (fast) nichts!

Das hat zwar jetzt mit den Kassenzetteln nichts zu tun. Aber solche Zeiten haben immer zwei Seiten. Eine eher lästige- und eine, die man sogar richtig gut finden kann.

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Lieber Kosmos…

von Katrin Sorgenfrey

Lieber Kosmos,
Liebes Universum,
Liebe Erde.

Ich kann das alles verstehen.
Meine Seele ahnt, worum es geht.

Und vielleicht geht es Dir nicht darum, den Schuldigen zu suchen.
Sondern einfach darum, dass es aufhört.
Dass wir wirklich wach werden.
Demütig werden.
Und in die Liebe gehen.

Aber …

Ich habe immer ein Aber.

Da draussen sind Menschen,
Die schon ganz ganz lange an Dich denken.
Die nicht mitmachen wollten bei der Entwicklung der letzten Jahre.
Die aufgestanden sind.
Die viel riskiert haben.
Die keine Versicherungen abgeschlossen sondern sichere Strukturen verlassen haben, um ihrem schöpferischem Geist nachzugehen.
Und uns zu erinnern, dass wir – freie Wesen – sind.

Keine Engel.
Aber sie haben ihr Bestes gegeben, einen Beitrag zu leisten, um auf die Missstände hinzudeuten.
Um zu demonstrieren und auszusteigen aus dem blinden und überflüssigen Konsum auf Kosten anderer Länder, anderer Menschen, Tieren, der Natur.

Sie haben verzichtet.
Sie waren konsequent.
Sie sind in sich gegangen.
Sie haben sich mit Gleichgesinnten zusammmengetan und sich gegenseitig unterstützt und angefeuert.

Viele davon hängen jetzt am Turm, weil sie diesen Weg gegangen sind.
Alles auf eine Karte gesetzt haben.

Ihre Projekte kommen zum Erliegen.
Das, was sie gerade mühsam aufgebaut haben, das droht ihnen wieder genommen zu werden.

Und ja.
Es gibt bestimmt Wege.
Und ja.
Es erfordert Geduld.

Doch glaubst Du, dass diese Menschen nicht genügend Anstrengungen hinter sich haben?
Mit ihrem Beitrag, mutig nach vorne zu gehen und Leute wie mich mitzunehmen.

Dass sie es nicht verdient hätten, JETZT gesehen zu werden.
So wie die, die ihr Leben aufs Spiel setzen, um den Kranken zu helfen.

Die vielen Künstler, Die unser Leben so viel bunter, reicher und schöner machen.

Die Künstler, die nicht auf den ersten Plätzen der Hitparaden stehen.
Die ihr eigenes Label haben oder frei musiziert, geschrieben, gemalt und gestaltet haben.
Die sich keinem Management unterworfen haben.
Die uns ermutigen, zum Lachen bringen, inspirieren, besinnen.
Und uns aufforderten, zu UNS zu steh’n.

Lieber Kosmos,
Liebes Universum,
Liebe Erde,
Liebe Menschen!

Lasst Gerechtigkeit in der Werteskala nach oben schnellen.
Lasst uns die Menschen zu Vorbildern und Führern machen, die unser Herz erfüllen.

Erdacht und niedergeschrieben von Katrin Sorgenfrey.
https://katrin-sorgenfrey.de/#

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#staythefuckhome

Ich geh auf die 50 zu, stand während drei Auslandseinsätzen mit der Bundeswehr vor scharfen Panzerminen, hab ne Chemotherapie hinter mir, habe zwei totale Sonnenfinsternisse, einmal fünf Sternschnuppen auf einmal und den Halleyschen Kometen gesehen. Nicht nur ein Jahrhundert, nein – ein Jahrtausend habe ich zuende gehen sehen! Aber sowas wie gerade jetzt, war noch nicht da!

Fuck!

Auf Facebook hat einer was recht kluges in einem Kommentar geschrieben:

„Vielleicht braucht die Menschheit mal endlich Entschleunigung! Höher, schneller, weiter und die verdammte Ellenbogengesellschaft sowie auch die Wirtschaft. Wacht vielleicht mal auf! Mutter Erde schießt halt manchmal zurück!“

aus einem Facebook-Kommentar

Das halte ich sogar für einen positiven Effekt von dem ganzen.
In Venedig z.B. gibt es wieder kristallklares Wasser (trinken würde ich es trotzdem nicht) in den Kanälen. Mutter Natur bremst uns gerade aus. Und anscheinend geht es wirklich nicht anders als so.
Der Mensch ist anscheinend ignorant- und kann nur so gebremst werden!

Gestern Abend hat „Mutti“ (wie ich Bundeskanzlerin Angela Merkel nenne) eine Rede an die Nation gehalten.
Ich zitiere

„Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst! Seit der deutschen Einheit- nein- seit dem zweiten Weltkrieg, gab es keine Herausforderung an unser Land mehr, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankommt!“

Angela Merkel am 18.03.2020, während einer Fensehansprache

Ich lehne mich hier jetzt mal absichtlich soweit aus dem Fenster und sage „Herrschaften- es ist Krieg!“
Wir hatten eine solche, oder auch nur eine vergleichbare, Situation noch nie in Deutschland seit dem zweiten Weltkrieg! Am ehesten noch vergleichbar mit der spanischen Grippe (1918 – 1920) die seinerzeit zwischen 25 und 50 Millionen dahinraffte.

Das problem: In einem bewaffneten Konflikt kann man sich wehren! Man sieht den Feind.
Hier- in dieser Situation- sieht man gar nichts!

Es verrecken keine Menschen blutig vor unseren Augen. Es gibt keine wilden Schießereien in den Straßen und es rollen auch keine Panzer durch die Vorgärten. Aber- und machen wir uns da nichts vor- es ist Krieg! Auch wenn die ganze nerverei was da normal dran hängt, wie Zerstörungen und Explosionen, fehlt.

Übertreibe ich? Ich denke nicht.
Schauen wir ein paar hundert Kilometer südlich:
In Italien werden Leichen in LKWs abtransportiert!

„Schau mal da vorne!“
„Was is da?“
„Da ist der Spaß zuende!“


Und ihr geht immer noch raus? Trefft euch mit Leuten? Bleibt zuhause! Sonne hin, Frühling her. Was nützen euch Frühlingswetter und Sonnenschein wenn ihr euch- und danach noch andere- ansteckt? Die Viren seht ihr nicht! Ihr wisst nicht, ob ihr vielleicht ansteckend seid!

Söder droht bisher „nur“ mit der Ausgangssperre für Bayern.
Sowas gabs bisher auch noch nie in Deutschland.
Sowas kennt man hier überhaupt nicht.

Ich weiß das es defacto wurscht ist, was ich hier absondere. Ändern wird das am Verhalten der breiten Masse nichts- und das ist schon aufgerundet.

Ich sage; Die Ausgangssperre WIRD kommen! Weil zu viele hier es ganz einfach nicht kapieren, was hier gerade passiert. Den Katastrophenfall haben wir schon- schon das gab es in dieser Form in ganz Bayern noch nie!
Geschäfte sind zu. Kneipen sind zu. Discotheken, Clubs, Schwimmbäder, Spielplätze- alles was nicht gebraucht wird für das tägliche Leben- ist alles zu.
NOCH dürfen wir spazieren gehen- alleine. Aber ich bin überzeugt, dass die Ignoranz der Masse leider ihre Ergebnisse zeigen wird.
Wochenende steht vor der Tür… schon Pläne? Lasst es einfach!

#staythefuckhome
#bethefuckhuman

Bleibt gesund und passt auf euch auf.

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#hanau

In HANAU??? Echt jetzt?

Keine 30min. Fahrt von Aschaffenburg entfernt.
In der Stadt, in der ich in den späten 80ern die Berufsschule besucht hatte!

Mir eine Meinung zu dem Ereignis zu bilden, fällt mir schwer. Vielleicht bin ich einfach noch zu gelähmt von dem Ereignis. Natürlich läuft gerade ein kollektiver Aufschrei durch die Nation!

Hanau reiht sich damit ein in die Reihe von deutschen Städten, die Opfer von Gewalt wurden!
Und in diesem Sinne es ist mir persönlich völlig gleich, ob diese Gewalt von links, rechts, oben oder unten kam! Es ist mir völlig Scheißegal welche Motivation dahinter steckte!

Aber- ich komme jetzt doch zu einem Schluss:

Es war Barbarei – als Ergebnis von Fanatismus!

Fa|na|tis|mus: rigoroses, unduldsames Eintreten für eine Sache oder Idee als Ziel, das kompromisslos durchzusetzen versucht wird

Duden: https://www.duden.de/rechtschreibung/Fanatismus

Bar|ba|rei: Rohheit, Unmenschlichkeit, Grausamkeit

Duden: https://www.duden.de/rechtschreibung/Barbarei

Ob mit einem LKW bzw. Fahrzeug (Berlin 2016), mit Schusswaffen (z.B. Halle 2019, München 2016, Frankfurt 2011 u.a.), durch Brandstiftung (Essen 1997, Lübeck 1996 u.a.) Sprengsätze, Kofferbomben, Molotowcocktails, Messer, Steine, Äxte, Knüppel…

Grundsätzlich finde ich, ist alles abzulehnen, was anderen Menschen absichtlich Schaden zufügen könnte!

Aggressionen gegenüber Menschen anderer Herkunft, oder welcher Gruppierung sie angehören, egal ob sie Uniform tragen, von wem sie Fans sind, Hautfarbe, Glaubensrichtung, schwul, lesbisch, geistige oder körperliche Beeinträchtigung, Alter, Lebensentwurf, Kontostand… sind nicht tolerierbar!

Vor ein paar Stunden erzählte mir einer die Story, das der Anschlag ein Bandenkrieg gewesen sei. Da- und im laufe der Nacht- wurde mir klar, dass es mir völlig egal ist, was die Beweggründe dafür waren! Komplett! Es geht mir am Arsch vorbei!
Ich war lange genug Soldat und weiß, was Schusswaffen anrichten können. Ich war in drei Auslandseinsätzen und habe gesehen was Schusswaffen in den Händen von, von Hass geblendeten, Menschen anrichten.

Mein Fazit:
Ich verabscheue „ismen“ – und besonders Fanatismen.
Und ja! Hiermit breche ich die ganze Diskussion herunter auf das Ergebnis:
Es war sinnfreier Hass, Gewalt, Terror und Barbarei – als Ergebnis von Fanatismus.

Ich mein – was sollte es sonst gewesen sein?

Kluge Worte:

Wenn die Vernunft häufiger ihre Stimme gegen den Fanatismus erhebt, dann kann sie die künftige Generation vielleicht toleranter machen, als die gegenwärtige ist; und dann wäre schon viel gewonnen.

Friedrich II., der Große (1712 – 1786), preußischer König, »Der alte Fritz«

Der Fanatismus ist nämlich die einzige „Willensstärke“, zu der auch die Schwachen und Unsicheren gebracht werden können.

Friedrich Nietzsche (1844 – 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller

Der Fanatismus ist das tödliche Metronom, ohne das die Wiegenlieder des Terrors nie erklängen.

Peter Rudl (*1966), deutscher Aphoristiker

Denn nichts begeistert menschliche Kühnheit so sehr wie der Glaube, man sei das ausgewählte Werkzeug göttlicher Weisheit. Rachsucht und Patriotismus, vereint in einem geistreichen und ehrgeizigen Manne, sind die Hebel des Archimedes, die in dem Fanatismus den Punkt außerhalb der Welt finden, um die Welt zu bewegen. Der kluge Mann kann einen Staat lenken, aber der Enthusiast ist es, der ihn verjüngt – oder zu Grunde richtet.

Edward Bulwer-Lytton (1803 – 1873), 1. Baron Lytton, englischer Schriftsteller und Politiker

Quelle: https://www.aphorismen.de/suche?f_thema=Fanatismus

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Review: Glaubensfrage

Original: Doubt | USA | 2008 | 104 Minuten | FSK 6

Kammerspielartiges Kleinod. Eine großartige Meryl Streep als Oberschwester und ein überragender Philip Seymour Hoffman als Gemeindepfarrer.

Aber Streep und Hoffman müssen sich ganz schön strecken, um gegen die Darstellerleistung einer Viola Davis (wir kennen sie z.B. aus „The Help“) anzustinken!

Außerdem sehen wir eine hübsche Amy Adams.
Alles im Spannungsfeld von Zölibat und kirchlicher Geschlechterhierarchie.

Großartig sind die Wortgefechte zwischen Streep und Hoffmann.

Wer in einem Film quietschbuntes CGI-Getöse braucht- Finger weg!
Für alle anderen: Ein Hammerfilm! Große Darsteller! Große Kunst! Für die Leistung gab es für Streep, Hoffman, Adams und Davis 2009 jeweils eine Oscarnominierung. Außerdem nominiert für das beste adaptierte Drehbuch. Leider wurde keiner gewonnen.

Meine Wertung: 5/5

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